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Kinder aus suchtbelasteten Familien

In Deutschland leben fast 3 Mio. Kinder mit einem suchtkranken Elternteil. Hinter dieser Zahl stehen 3 Mio. Einzelschicksale. Sara (*Name geändert) wuchs mit einem alkoholkranken Vater auf. Er schreckte nicht davor zurück, die Kinder körperlich zu missbrauchen. Aber auch Beschimpfungen und Beschuldigungen mussten sie ertragen.

Colorful drawing: father drinking alcohol and crying childSara hatte kein eigenes Zimmer, nicht mal ein Bett, sie schlief auf dem Sofa.  Als älteste Tochter war sie für die Geschwister verantwortlich. Traurig erzählt sie, dass ihre Mutter den Kindern nicht geholfen hat, wenn sich der Vater an ihnen vergriff. Die Mutter war ebenfalls den verbalen Angriffen ausgesetzt. Sie war mit der Situation völlig überfordert und schaute lieber weg.

Viele Kinder erleben solche oder ähnliche Situationen. Sie schämen sich, fühlen sich alleine.

In anderen Familien läuft es ruhiger ab. Aber Kinder leiden schon darunter, weil der Vater betrunken und nicht ansprechbar ist. Sie verlieren das Vertrauen, weil vieles versprochen wird aber nicht eingehalten wird. Sie fühlen sich wertlos, weil niemand sie wahrnimmt und ihnen sagt, wie einmalig sie sind. Sie leiden still unter den Streitigkeiten der Eltern, unter der Trennung und vieles mehr.

Kinder bedürfen besonderen Schutzes. Wo aber ein Elternteil von Sucht betroffen ist, sind Kinder oft schutzlos. Sie wollen helfen, weil sie ihre Eltern dennoch lieben. Sie können nicht verstehen, dass ihre Hilfe nicht ankommt. Dann fühlen sie sich schuldig.

Abhängige Menschen übernehmen nicht die Verantwortung für ihr Verhalten. Sie brauchen jemanden, der die Schuld trägt. Das sind meistens die Partner aber auch die Kinder nehmen diesen stillen Vorwurf an. Wieder fühlen sich schuldig und glauben oft auch, dass sie das Leid der Eltern verursacht haben. Das führt auch dazu, dass sie das Familiengeheimnis bewahren und mit niemanden darüber sprechen.

Hilfe für Kinder gibt es in der Selbstverteidigung

Hier lernen sie, ihre Grenzen wahrzunehmen und zu schützen. Sie lernen, dass sie wertvoll sind und einen Platz im Leben haben.

Mädchen zeigt StopIm Training üben Kinder ihre Stimme einzusetzen, um klar und deutlich „STOP“ zu sagen. Sie üben eine neue Haltung und hören davon, dass es Situationen gibt, wo man sich Hilfe suchen darf. Kinder lernen nicht nur Techniken, sondern vor allem, aufmerksam zu sein und ihrem Gefühl zu glauben, wenn etwas „komisch“ ist. Erst dann werden Kinder selbstsicher und schützen sich.

In HOPE-Gemeinschaft bekommen Kinder Aufmerksamkeit, Wertschätzung und den Respekt den sie brauchen um sich selbst annehmen zu können. Manche Kinder brauchen eine sehr lange Zeit, bis sie anfangen über die Situation zu Hause zu sprechen. Das bedarf einer Vertrauensbeziehung und viel Geduld.

Neben der Selbstverteidigung gibt es auch Gelegenheit für andere Unternehmungen. Aktivitäten wie Basteln, Spielen, Vorlesen, Theater und Ausflüge schaffen Gelegenheit, Kind sein zu dürfen, Spaß zu haben, Freundschaften zu schließen und eine entspannte Zeit zu haben.

(*der Name wurde geändert, die Person ist persönlich bekannt)

Ute Standfuß

Empfehlung: Filmabend am 12. Januar 2018 in den Trainingsräumen vom Beratungs- und Trainingszentrum Hope e.V. in Thannberg – Film Ben X

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