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Gewalt und Sucht bei Jugendlichen

Gewalt unter jungen Menschen ist ein dominierendes Thema, gerade in Verbindung mit Alkohol und Drogenmissbrauch. Aufgestaute Wut, Verletzungen und Frust entladen sich plötzlich unkontrolliert.

Teenager deep in thoughJeder Täter ist aber auch Opfer, die durch gewalttätiges Verhalten ein Ventil gefunden haben. Sie spürten Ablehnung, wurden geschlagen und gedemütigt. Sie erlebten die Trennung der Eltern, Vater- oder Mutterliebe wurden ihnen vorenthalten. Armut, Gewalt und Sucht in der Familie oder Leistungsdruck, dem sie nicht gewachsen sind.

Als Jugendliche machen sie sich auf die Suche nach dem Leben, sie suchen etwas, was den Schmerz der inneren Leere und Zerrissenheit kompensiert. Suchtmittel sind heute relativ leicht verfügbar.

Je nachdem, wie ein Mensch veranlagt ist, wird er einen Ersatz finden. Die Hemmschwelle sinkt, die Wut entlädt sich. Plötzlich findet das Opfer sich in der Rolle als Täter wieder und erlebt Macht, statt Ohnmacht. Dieses Verhalten hat in dem Moment etwas Befreiendes für den Täter.

Wenn man diesen Kreislauf der Gewalt durchbrechen will, liegt der Ansatz in dem, was der Täter wirklich braucht. Die wahre Sehnsucht ist die Liebe und Annahme.

Das ist dann ein sehr langer Prozess, auf den sich Täter oft erst dann einlassen, wenn sie nicht mehr anders können. Die meisten Menschen wollen Rache für das erlittene Unrecht, doch das führt in eine Sackgasse.

Vergebung ist ein zentraler Punkt, ohne den der Heilungsprozess nicht vorankommen kann. Denn auch die Täter, durch den der gewalttätige Jugendliche zum Täter wurde, waren mal Opfer.

Ute Standfuß

Empfehlung: Filmabend am 12. Januar 2018 in den Trainingsräumen vom Beratungs- und Trainingszentrum Hope e.V. in Thannberg – Film Ben X

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